WhatsApp ist praktisch, aber nicht sicher für personenbezogene Daten
Es ist ein bekanntes Szenario: Sie führen ein Reinigungsunternehmen, einen Pflegedienst oder Installationsbetrieb. Mitarbeiter müssen wissen, welchen Kunden sie heute besuchen. Also senden Sie schnell den Namen, die Adresse, die Telefonnummer und vielleicht einen Zugangscode über die WhatsApp-Gruppe.
Aber unter der DSGVO ist dies ein ernstes Problem. Sie teilen personenbezogene Daten von Kunden über eine Plattform, über die Ihre Organisation keinerlei Kontrolle hat.
Finnisches Reinigungsunternehmen: Bestraft für WhatsApp-Nutzung
Die finnische Aufsichtsbehörde behandelte einen Fall gegen ein Reinigungsunternehmen, das WhatsApp für Arbeitsaufträge nutzte. Über WhatsApp-Gruppen wurden Kundennamen, Adressen, Telefonnummern und sogar Sicherheitscodes von Wohnungen geteilt.
Die finnische Behörde urteilte, dass das Unternehmen drei DSGVO-Pflichten verletzt hatte:
- Integrität und Vertraulichkeit (Artikel 5(1)(f))
- Datenschutz durch Technikgestaltung (Artikel 25)
- Sicherheitsmaßnahmen (Artikel 32)
Warum WhatsApp für Geschäftsdaten ungeeignet ist
Keine Kontrolle über Daten. Jeder Teilnehmer kann Nachrichten weiterleiten, speichern oder Screenshots machen.
Verlorene oder gestohlene Telefone. Alle Kundendaten aus der WhatsApp-Gruppe liegen offen.
WhatsApp-Bedingungen verbieten geschäftliche Nutzung des Teilens von Drittdaten.
Metadaten gehen an Meta. WhatsApp teilt Metadaten mit dem Mutterkonzern Meta.
Kein Audit-Trail. Sie können nicht nachweisen, welche Daten wann mit wem geteilt wurden.
Welche Alternativen gibt es?
- Geschäftliche Kommunikationsplattformen wie Microsoft Teams oder Slack
- Signal für einen einfachen, verschlüsselten Messenger
- Planungssoftware speziell für Außendienst-Mitarbeiter
- Sichere Portale wo Mitarbeiter ihre Aufträge einsehen können
Was sollten Sie jetzt tun?
- Hören Sie auf, personenbezogene Daten über WhatsApp zu teilen
- Wählen Sie eine geeignete Alternative und dokumentieren Sie Ihre Wahl
- Erstellen Sie eine interne Richtlinie über erlaubte Kommunikationsmittel
- Schulen Sie Ihr Personal
- Dokumentieren Sie dies in Ihrem Verarbeitungsverzeichnis
GDPRWise hilft Ihnen zu erfassen, welche Kommunikationsmittel und Systeme Sie für personenbezogene Daten verwenden.